Morgenstund hat Gold im Mund. Bei den ersten Sonnenstrahlen ziehen wir los zum Schillerhain.
Kirchheimbolanden, 15. Oktober 2021
Tag 9Wir haben die Nacht in Kirchheimbolanden verbracht und beginnen den Tag mit einem Aufstieg zum Schillerhain oberhalb der Stadt. Als wir losgehen, steht die aufgehende Sonne noch unter den Wolken und taucht die große Malzfabrik am Rande der Altstadt in ein unwirkliches Licht.
Der Schillerhain liegt am Wartberg, dem Übergang zwischen dem Stadtgebiet im Tal und den nordöstlichsten Ausläufern des Nordpfälzer Gebirges.
Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war der Schillerhain eine öde Anhöhe, der als Ziegenweide und zum Sandsteinabbau genutzt wurde.
Anlässlich des 100. Geburtstages von Friedrich von Schiller im Jahre 1859 wurden in ganz Deutschland zu Ehren des freiheitsliebenden Dichters Feiern abgehalten.
Zur Erinnerung an dieses Fest wollten die Bürger von Kirchheimbolanden eine Parkanlage mit Aussichtsturm gestalten.
So entstand der Schillerhain, der heute größtenteils mit einem Hotel und einer Klinik bebaut und nicht mehr vollständig als Park zu erkennen ist. Dennoch: Für einen Morgenspaziergang ein lohnendes Ziel.
Wanderkarte unserer Tour
Die Malzfabrik wird von der aufgehenden Sonne angestrahlt
Auf der Stadtzugewandeten Seite ist der Turm der Malzfabrik bemalt
Bäume im Schlossgarten im Morgenlicht
Zunftbaum vor em Schloss
Früher Kirchlein, heute „Haus der Familie“
Grauer Turm in der historischen Stadtmauer von Kirchheimbolanden
Grauer Turm in der historischen Stadtmauer von Kirchheimbolanden
Das Schneckentürmchen
Herbstlich wirken die Bäume am Ehrenmal
Ehrenmal für die Gefallenen der Weltkriege unterhalb des Schillerhains
Wir nähern uns dem Warttutm
Der Wartturm auf dem Schillerhain
Der Wartturm auf dem Schillerhain
Der Wasserturm
Blick hinunter nach Kirchheimbolanden. Die Windräder am Horizont gehören bereits zum Stadtgebiet von Alzey.
Das alte Schloss Kirchheim, heute eine Seniorenresidenz
Kirchheimbolanden, 14. Oktober 2021
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Stellplatz am Festplatz Herrengarten
Ort:
Kirchheimbolanden
Adresse:
Hitzfeldstraße
67292 Kirchheimbolanden
Preis pro Nacht:
kostenlos / Strom verfügbar (Daten vom 17.10.2021)
Zusatzinfo:
Ausgewiesene Stellplätze auf Pflaster auf einem Großprakplatz zwischen Kreishaus und Stadthalle. Nur wenige Schritte ins historische Zentrum. V/E vorhanden.
Tag 8Jeder kennt sie, diese Orte, die auf Autobahn-Hinweisschildern ein ums andere Mal vorbeihuschen und deren Namen umso klangvoller wird, je öfters man sie links oder rechts liegen lässt, ohne sie jemals gesehen zu haben. Die Stadt Kirchheimbolanden war für mich bislang ein solcher Fantasieort. Jetzt nicht mehr.
Denn meine aktuelle Womo-Tour durch Rheinland-Pfalz hat mich auch dorthin geführt, ganz an den Ostrand des Nordpfälzer Gebirges, an den Übergang zum Alzeyer Hügelland.
Kirchheimbolanden hieß bis ins 19. Jahrhundert nur Kirchheim, wie ich jetzt erfahren habe. Dann aber erwuchs der Wunsch, sich von anderen „Kirchheims“ in Deutschland abzugrenzen.
So kam der Zusatz „Bolanden“ hinzu, nach dem Adelsgeschlecht, das hier in dieser Region seit Jahrhunderten den Ton angab.
Die Stadt überrascht mich mit einer gut erhaltenen Altstadt, in der Barockbauten und Fachwerkhäuser eine interessante Mixtur eingehen. Dazwischen gibt es auch einige teils baufällige, teils heruntergekommene Ecken, doch die sind ganz klar in der Minderheit.
Wir stehen auf dem großen Parkplatz an Rathaus, Kreishaus und Stadthalle, gleich neben dem Schlossgarten und dem ehemaligen Schloss, das heute als Seniorenresidenz genutzt wird.
Unmittelbar dahinter beginnt die Altstadt, die auf der Westseite noch von einer mächtigen, gut erhaltenen Stadtmauer geschützt wird. Das gesamte Areal läuft den Kupferberg hinauf, von dessen höchsten Bauten man unter guten Bedingungen sogar die Frankfurter Skyline erkennen kann.
Mehr als zwei Stunden bin ich mit Doxi in der Altstadt unterwegs. Wir entdecken einen hübschen Straßenzug nach dem anderen, und am Ende habe ich das Gefühl, ich habe immer noch nicht alles gesehen. Aber zumindest kann ich mir jetzt etwas unter dem Namen „Kirchheimbolanden“ vorstellen 🙂
Wanderkarte unserer Tour
Skultpturengarten zwischen Stadthalle, Malzfabrik und Kreishaus
Skultpturengarten zwischen Stadthalle, Malzfabrik und Kreishaus
Skultpturengarten zwischen Stadthalle, Malzfabrik und Kreishaus
Orangerie vor dem Schlossgarten
Bäume im Schlossgarten
Weinberg im Schlossgarten
Rückseite des Ostflügels des Schlosses
Ehemaliges Teehäuschen des Schlosses
Wohnhaus neben dem Schloss
Kavaliershaus
Kavaliershaus
Kriegerdenkmal vor der katholischen Pfarrkirche St. Peter
ehemaliges Amtsgericht, heute Finanzamt
Oberer Torturm, Landseite mit Resten der Stadtmauer
Bastion an der Stadtmauer neben dem Oberen Torturm
Oberer Torturm, auch Apothekerturm genannt, links die ehemalige fürstliche Hofapotheke
Ehemalige Amtsschreiberei
Protestantisches Dekanat
Blick in einen Hof
Stadtpalais des Freiherrn von Geispitzheim
Wohnhaus am Marktplatz
Alte Feuerwache
Reformiertes Schul- und Pfarrhaus
Höllrieglsches Haus
Figur am Höllrieglschen Haus vor der Stadtmauer
Reiches Haus
Nicht alles ist perfekt erhalten
Roter Turm vor dem Markt
Unterer Torturm am Marktplatz
Stadtmauer mit Grauem Turm
Gartenanlage hinter dem Grauen Turm
Panoramabild vom Protestantischen Dekanat
Panoramabild von der Peterskirche mit dem Oberen Torturm
Die Altstadt von Kirchheimbolanden ist reich an gut erhaltenen Bauten aus der Zeit des Barocks und des späten Mittelalters. Hier die schönsten Türen und Portalen, die ich bei meinem Streifzug durch die Stadt entdeckt habe.
Wir starten an der Burg Lichtenberg oberhalb von Thallichtenberg
Kusel, 14. Oktober 2021
Tag 8Nachdem wir die Nacht an der Burg Lichtenberg verbracht haben, starten wir von dort am frühen Morgen zu einer Wanderung durch die bucklige Landschaft des Pfälzer Berglandes.
Die Strecke folgt zunächst dem Veldenz Wanderweg, benannt nach dem Adelsgeschlecht, das auch die Burg Lichtberg errichten ließ. Sie ist gesäumt mit herrlichen Panoramablicken in den Hunsrück und die Pfalz.
Über schmale Wege geht es zunächst auf der Höhe durch Wald in Richtung Osten. Oberhalb des Ortes Ruthweiler weitet sich der Blick. Wir steigen zu einer früheren Bahntrasse hinab, die uns nach Diedelkopf führt.
Am Rande von Kusel, der kleinsten Kreisstadt Deutschlands, steigen wir auf den Ödesberg auf und genießen von dort den Panoramablick hinunter nach Kusel und zurück zur Burg Lichtenberg.
In der Ferne vernehme ich in regelmäßigen Abständen ein tiefes, lautes Donnern. Ob das vom großen Truppenübungsplatz der Amerikaner bei Baumholder kommt, frage ich mich.
Weiter geht es durch die offene Feld- und Wiesenlandschaft. Bald erreichen wir den alten Römerweg, der uns auf der Höhe zum Ort Körberg bringt. Kurz darauf erreichen wir nach etwas mehr als drei Stunden und 13 Wanderkilometern und unseren Startpunkt an der Burg Lichtenberg.
Wanderkarte unserer Tour
Schieferabbruch unterhalb der Burg
Blick zurück zur Burg oberhalb von Ruthweiler
Am Odesberg öffnet sich der Blick Richtung Kusel
Die protestantische Kirche (rechts) und die katholische Kirche St. Ägidius im Herzen von Kusel
Blick vom Odesberg bei Kusel zur Burg Lichtenberg
Wir betreten militärisches Sperrgebiet. Doxi scheint das gar nicht zu kratzen. Oder doch?
Landschaftsblick Richtung Patersbach
Blick von der Römerstraße hinunter nach Dennweiler-Frohnvach
Endlich mal ein Pilz. Bislang haben wir auf unserer Reise nur wenige gesehen.
Im Hintergrund der Wald am Mittelberg
Wieder-Annäherng an Burg Lichtenberg von Körborn aus
Panoramablick auf den Wald am Mittelberg. Dahinter liegt Baumholder.
Blick vom Bergfried auf die Oberburg und Unterburg. Links der moderne Anbau der Jugendherberge.
Thallichtenberg, 13. Oktober 2021
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Stellplatz an der Burg Lichtenberg
Ort:
Thallichtenberg/Körborn
Adresse:
Burgweg 13
66871 Thallichtenberg
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 10.10.2021)
Zusatzinfo:
Besucherparkplatz der Burg Lichtenberg. Keine Infrastruktur, aber tolle Aussicht mit Fernblick. Anfahrt über Thallichtenberg kurvig und steil, über Körborn ist es etwas angenehmer.
Tag 7Eigentlich hatte ich damit geliebäugelt, die Nacht auf dem Wohnmobilstellplatz in Baumholder zu verbringen. Aber die Stadt schien mir dann doch zu wenig einladend. Also bin ich spontan in das 13 km entfernte Thallichtenberg weiter gefahren.
Oberhalb des Ortes thront die große Ruine der Burg Lichtenberg auf einem Bergsporn, und auf dem Besucherparkplatz sind Wohnmobile willkommen.
Die Burg im Nordpfälzer Bergland gilt mit einer Länge von 425 m als eine der längsten Burgruinen Deutschlands und die größte Burganlage der Pfalz.
Selbst in den Wirren des Mittelalters wurde Burg Lichtenberg niemals belagert oder erobert. Dennoch ist sie seit einem Brand im Herbst 1799 eine Ruine.
Ursprünglich bestand die Burg aus zwei Anlagen, einer Oberburg und einer Unterburg, die jedoch im Laufe der Jahrhunderte zusammengewachsen sind. Dazwischen entstanden noch heute existierende Bauten wie die Zehntscheune von 1738 oder die Kapelle von 1755.
Der imposante, mehr als 30 Meter hohe Bergfried ist als Aussichtsturm begehbar. Er bietet eine spektakuläre Ausischt auf die Stadt Kusel im Süden und die preußischen Berge im Norden.
Außerdem gibt es heute auf der Burg eine Jugendherberge, das Pfälzer Musikantenland-Museum und das im postmodernen Stil in die Burganlage eingepasste Urweltmuseum GEOSKOP.
Ich bin sehr froh, dass wir hier gelandet sind, denn die Burg ist nicht nur sehenswert und ein schöner Ausgangspunkt für Wanderungen. Der Ausblick von unserem Stellplatz in die umliegenden Berge ist einfach phänomenal.
Blick aus dem Wohnmobil auf unseren Stellplatz auf dem Parkplatz der Burg
Es herbstelt
Oberburg und Unterburg sind im Laufe der Jahrhunderte zusammen gewachsen
Gebäude der Jugendherberge mit Restaurant
Ruine des Palas
Hier sieht man noch, wo füher der Kamin eingelassen war
Palas und Bergfried
Haus des Amtsmannes. Dahinter die Zehntscheune und die Kapelle.
Die Zehntscheune, heute Museum
Burgkapelle
Blick vom Bergfried auf die Ruine der Oberburg
Moderner Anbau für das Umweltmuseum „Geoskop“
Blick von der Spitze des Bergfrieds hinunter nach Ruthweiler
Vom Bergfried aus kann man nur einen kleinen Teil von Thallichtenberg unterhalb de Burg einsehen
Acht Stellplätze auf Rasengittersteinen unmittelbar am Stadtweiher, teilweise vor einem Kinderspielplatz. V/E vorhanden.
Tag 7Nach unserer Wanderung bei Nohen unternehme ich einen kurzen Abstecher in das 15 km entfernte Baumholder. Die Stadt ist mir ein Begriff, weil dort nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine der größten US-Garnisonen auf deutschem Boden entstanden ist.
Rund 4.000 Einwohnern stehen mehr als 15.000 Angehörige des US-Militärs und deren Familien gegenüber. Sie prägen wirtschaftlich, gesellschaftlich und auch landschaftlich das Stadtbild. Ihre uniformen, weiß getünchten Mehrfamilienhäuser an den Hängen rund um die Stadt sind unübersehbar.
Die Kasernen der Amerikaner heißen Smith Barracks und Wetzel Barracks. Sie grenzen an den großen Truppenübungsplatz, den die Amerikaner von der Wehrmacht übernommen haben.
Durch die Präsenz der Amerikaner erfuhr die kleine Stadt in den 1950er Jahren einen erheblichen wirtschaftlichen Aufschwung: Es entstanden Bars, Discos und Varietés. Im Umfeld der Stadt boten unzählige Prostituierte ihre Dienste an. Bundesweit machte das sündige Nachtleben in Baumholder Schlagzeilen. Die Bundesregierung bezeichnete die Region damals sogar als „moralisches Notstandsgebiet“.
Davon ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Bei meinem Spaziergang durch das Zentrum begegnet mir vor allem Tristesse. Hübsch ist der kleine Stadtweiher mit Spielplatz, Skateranlage, Bootsverleih und Wohnmobilstellplatz. Aber den Rest muss man nicht unbedingt gesehen haben.
Rathaus von Baumholder
Katholische Pfarrkirche
Pfarrhaus neben der Kirche
Haus an der Kirche
Häuser in der Oberstraße
Bergfried der früheren Burg
Alte Schmiede von 1884
Wohnhäuser der US-Soldaten an den Hängen rund um Baumholder
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