Heute frisch auf dem Womo-Tisch: Grünkohl mit Bratkartoffeln und Mettwurst, Feuerspieß mit Wedges und Krautsalat, sowie vegetarische Tortellini mit gebratenem Gemüse
Fernuniversität Hagen, 31.10.2024
Was ist eine Uni ohne vernünftige Mensa wert? Gar nichts! Nur dass in der Uni-Mensa Hagen kaum junge Leute abhängen, weil die Studenten ja größtenteils zu Hause vor ihren PCs und Lehrbüchern sitzen.
Dafür gibt es hier viel Lehrende, Uni-Personal und auch Menschen von außerhalb, die gerne das relativ günstige Essen in Anspruch nehmen. Besucher zahlen einen kleinen Aufschlag.
Ich wollte das Essen einmal auschecken und habe mir drei Gerichte verpackt mit ins Wohnmobil genommen, für heute und die kommenden Tage. Für die Verpackung zahlt man pro Essen 5€ Pfand, die man bei Rückgabe zurückerhält. Das finde ich korrekt.
Das Essen selbst war für eine Großküche vollkommen in Ordnung. Ich habe einmal Grünkohl gegessen, einen Feuerspieß probiert (früher wohl „Zigeunerspieß“) und mich an vegetarischen Tortellini mit gebratenem Gemüse erfreut.
Die gesamte Mensa wirkt sehr sauber, gepflegt und gut organisiert. Von mir auf jeden Fall Daumen hoch, auch wenn es ein wenig dauern dürfte, bis ich erneut in Hagen bin und meine Pfand-Boxen zurückgeben kann.
Aufgang zur Mensa (rechts)
Wo sind denn die jungen Student_innen?
Gibt alles auch zum Mitnehmen in einer Pfandverpackung
Nein, keine Elektroschocks oder psychoaktiven Substanzen. Heute ausnahmsweise mal nicht 😉 Nur Aufgaben am PC. Aber die haben es teilweise in sich.
Fernuniversität Hagen, 31.10.2024
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Parkplatz der FU Hagen (kein offizieller SP)
Ort:
Hagen
Adresse:
Universitätsstraße 27
58084 Hagen
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 1.11.2024)
Zusatzinfo:
Nicht offiziell, aber auf den zahlreichen Parkplätzen stehen auch viele Einheimische, die von hier aus mit ihren Hunden spazieren gehen, und man stört nicht. Bevorzugt ist der P6 und der P7, die anderen Parkplätze haben eine Höhenbeschränkung in der Zufahrt.
Zu einem Psychologiestudium gehört auch, dass man sich selbst als Versuchskaninchen zur Verfügung stellt für fortgeschrittene Kommiliton_innen und wissenschaftliche Mitarbeiter_innen. An der Fernuni Hagen muss jeder Studierende im Bachelorstudiengang mindestens einmal im Versuchslabor der psychologischen Fakultät aufschlagen. Heute war ich gemeinsam mit vier weiteren Studierenden an der Reihe.
Im Keller des Gebäudes 11 empfing mich eine Studentin, die sich als meine Versuchsleiterin vorstellte. Ich wurde in einen kleinen Raum mit sechs Kabinen geführt, in denen andere Studierende intensiv auf den Bildschirm vor ihnen schauten.
In der Kabine wartete ein PC-Arbeitsplatzauf mich. Auf dem Bildschirm war bereits die Startseite der ersten Studie an diesem Tag zu sehen. Wirkte alles auf den ersten Blick wie bei den herkömmlichen Online-Studien, die von zu Hause aus durchgeführt werden. Nur, dass die Inhalte heute etwas intensiver waren.
Los ging es mit einer Ekel-Studie, in denen zwei Dutzend Fotos mit Wunden, Verstümmelungen, menschlichen Ausscheidungen und anderen appetitlichen Angelegenheiten gezeigt wurden und bewertet werden sollten. Natürlich immer mit dem Hinweis, dass man die Bilder auch sofort wieder wegdrücken könnte.
Durch den Türspalt konnte ich eine Kollegin in der Nachbarkabine sehen, die bereits schwer angewidert dreinblickte und von dieser Möglichkeit offensichtlich regen Gebrauch machte. Immer wieder hörte ich ein schnelles und bestimmtes Klackern auf der Tastatur.
Bei Bildern von Gewalt gegen Menschen und Tiere reagiere ich immer sehr sensibel, aber das hier konnte mich nicht so wirklich schocken. Was das Medizinische betrifft, hat mich der Zivildienst im Krankenhaus vermutlich für immer gegen Ekel abgestumpft. Und wenn es um Exkremente geht, da habe ich als Hundehalter auch schon so meine Erfahrungen gemacht.
Alles nicht so schlimm also, und die weiteren Tests waren dann auch nicht mehr so konfrontativ. Teilweise jedoch fordernd, weil schnell gedacht und reagiert werden musste. Nach drei Stunden war ich wieder draußen und habe diesen unumgänglichen Teil des Studiums damit hinter mich gebracht. Aber interessant war es schon, einmal Versuchskaninchen zu sein. Und ein wenig aufregend auch 🙂
Gestern noch goldenes Oktoberwetter, heute trister Herbstblues, so schnell kann es in diesen Tagen gehen. Und dann auch noch die Zeitumstellung. Plötzlich geht die Sonne bereits um kurz nach 17 Uhr unter. Die dunkle Jahreszeit ist da. Aber nützt ja nichts.
Von unserm Womo-Stelplatz in Hagen-Hohenlimburg drehe ich mit Doxi eine 12 km lange Runde entlang des Geopfads Steltenberg. Dieser windet sich um einen großen Kalksteinbruch, den man am besten von ganz oben am Steltenberg einsehen kann.
Spannend finde ich, dass man zwischen Hohenlimburg und Iserlohn auf wenigen Quadratkilometern ganz unterschiedliche Erdschichten ausmachen kann, die zeitlich Millionen von Jahre auseinander liegen.
Normalerweise bleiben diese Schichten in der Erdkruste verborgen, doch weil sich das Gebirge hier aufgefaltet hat und später teilweise abgetragen wurde, liegen diese Schichten nun an der Oberfläche nebeneinander.
Von der Spitze des Steltenbergs steigen wir hinunter zur Lenne und überqueren diese, um unseren Rückweg nach Hohenlimburg anzutreten. Kurz vor dem Ortsrand müssen wir ein tief eingeschnittens Bachtal ohne offiziellen Übergang oder Brücke queren. Sonst wird ein Umweg von mehreren Klometern fällig.
Gut, dass in den letzten Tagen wenig Regen gefallen ist. So ist der Bach kaum mehr als ein Bächlein. Nur die steilen Flanken mitten in der Vegetation sind nicht leicht zu erklimmen. Doch auch das meistern wir. Doxi mit ihrem Allradantrieb, und ich, indem ich mich an Bäumen festhalte und hochziehe.
Wanderkarte unserer Tour
Haus in Hohenlimburg aus dem Jahre 1800
Haus in Hohenlimburg aus dem Jahre 1901
Immer noch blüht etwas
Ruine am Steltenberg
Infotafel zum Steinbruch
Auf wenigen Kilometern tummeln sich Erdschichten mit Millionen Jahren von Abstand
Blick in den Baggersee unterhalb des Steinbruchs
Blick in den Kalksteinbruch vom höchsten Punkt des Stelenbergs
Nena, Extrabreit, die Fernuniversität – das ist mir bislang zum Stichwort „Hagen“ eingefallen. Nun weiß ich, so wahnsinnig viel mehr gibt es dort auch nicht.
Die Großstadt am Übergang zwischen südlichem Ruhrgebiet und Sauerland hatte ihre Blütezeit während des Deutschen Kaiserreiches von 1871 bis 1914. Durch die Urbanisierung und Industrialisierung entwickelte sich Hagen zum Oberzentrum für die gesamte Region südlich der Ruhr.
Nach der Jahrhundertwende waren viele später bedeutende Architekten wie Henry van de Velde, Peter Behrens und Walter Gropius in der Stadt zwischen Ruhr, Lenne und Volme aktiv. Sie begründeten den Ruf von Hagen als Bindeglied zwischen Jugendstil und Moderne („Hagener Impuls“).
Doch leider blieb davon nicht viel erhalten. Durch mehrere Luftangriffe wurde die Hagener Innenstadt während des Zweiten Weltkriegs nahezu vollständig zerstört. Und was anschließend in den 1950er und 60er Jahren dort wiederaufgebaut wurde, ist größtenteils wenig sehenswert und ansprechend.
Trotzdem hat es sich gelohnt, die 8 km lange Fahrradstrecke von unserem Womo-Stelllplatz in Hagen-Hohenlimburg bis in die Innenstadt auf mich zu nehmen. Denn jetzt kenne ich die Stadt ein bisschen.
Überquerung der Lenne
Empfangsgebäude des Hagener Hauptbahnhofs
Volme-Einkaufszentrum
Hagener Rathausturm
Katholische Sankt-Marien-Kirche mit ihrem 82 m hohen Turm
Evangelische Freikiche
Stadttheater Hagen
Osthaus-Museum
So sah die Hagener Innenstadt vor dem Krieg fast üvberall aus
Munteres Treiben auf der Wildwasserstrecke Hohenlimburg an der Lenne
Hohenlimburg / Hagen, 26. Oktober 2024
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Wohnmobilstellplatz Am Lennepark, Hagen
Ort:
Hohenlimburg
Adresse:
Im Klosterkamp 32
58119 Hagen
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 26.10.2024)
Zusatzinfo:
Asphaltparkplatz zwischen Schwimmbad und Lennepark mit ausgewiesenen Stellflächen für Wohnmobile. In der ersten Reihe schöner Blick über Radweg und Wiese hinweg zur Lenne. Keine Infrastruktur. Bis Hagen-Zentrum ca. 7,5 km mit dem Fahrrad.
Von der Eifel sind wir über den Rhein und die Ruhr in östlicher Richtung nach Hagen gefahren, weil ich dort in den nächsten Tagen an der Fernuni zu tun haben. Die Gelegenheit möchte ich nutzen, mir die Region ein wenig anzuschauen.
Heute ist herrliches Wetter angesagt und so beginnen Doxi und ich den Tag mit einer Wanderung zur einzigen heute noch weitgehend im Original erhaltenen Höhenburg in Westfalen, dem Schloss Hohenlimburg.
Das Schloss befindet sich auf einem steil abfallenden Bergsporn oberhalb des Ortes Hohenlimburg am Ausgang des Lennetalls. Seit 1975 gehört Hohenlimburg zur Stadt Hagen, deren Stadtzentrum knapp 8 km entfernt liegt. Davor war Hohenlimburg viele Jahrhunderte lang eine stolze selbständige Gemeinde.
Die Geschichte der Burg reicht bis in das 13. Jahrhundert zurück. Bis 1807/08 bildete die Anlage den politischen Mittelpunkt und Verwaltungssitz der bis dahin bestehenden Grafschaft Limburg. Wesentliche Umbaumaßnahmen erfolgten gegen Mitte des 16. Jahrhunderts sowie in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, als das Schloss ein Sitz der Grafen von Bentheim-Tecklenburg war.
Ausbeute einer Sammlung von Fichten-Reizkern
Nach der Schlossbesichtigungfolge ich mit Doxi weiter dem ansteigenden Höhenzug oberhalb des Lennetals. Auf dem höchsten Punkt, der heute von mächtigen Windrädern gekrönt ist, treffen wir auf einen Pilzsammler, der ebenfalls mit Hund unterwegs ist.
Wir laufen einige Kilometer gemeinsam zurück zum Schloss Hohenlimburg, wobei ich eine Menge über die Region und die Stadt Hagen erfahre. Am Ende ist sein Pilzkorb zumindest für eine kleine Mahlzeit ausreichend gefüllt mit Fichten-Reizkern, einem schmackhaften und in Deutschland sehr häufigen Pilz. Ich wünsche zum Abschied guten Appetit.
Wanderkarte unserer Tour
Doxi in der Lenne in Hohenlimburg
Skulptur im Lennepark
Ev. Kirche in Hohenlimburg
Haus in Hohenlimburg
Haus in Hohenlimburg
Zufahrt zu Schloss Hohenlimburg
Schlosshof
Wehrmauer mit Wehrturm
Von oben hat man einen weiten Blick Richtung Hagen und Ruhr
Haus des Wachkommandanten
Mittelalterliches Relikt: Die schwarze Hand
Hinter dem Schloss geht es in den Wald
Ausblick vom Höhenzug westlich des Lennetals
Diesen Kameraden besser nicht verspeisen
Windrad am höchsten Punkt des Höhenzugs
Immer noch blüht etwas
Auch hier gehen die Fichten kaputt
Blick zum Schloss Hohenlimburg (Foto Maxbentheim | http://commons.wikimedia.org | Lizenz: CC BY-SA 3.0 DE)
Wie gut es uns geht und wie einfach wir es bei vielen Verrichtungen des Alltags heute haben, das kann man in den verschiedenen Freilichtmuseen des Landes hautnah erleben.
Diese zeigen, wie anstrengend und mühsam das bäuerliche und industrielle Leben noch vor einhundertfünfzig Jahren war. So auch im 1930 gegründeten LWL Freilichtmuseum Hagen, das wir heute besucht haben.
Die wunderschöne Anlage ist der Geschichte von Handwerk und Technik gewidmet und füllt ein ganzes Bachteil im Süden von Hagen aus.
Das schmale Mäckingerbachtal in den Ausläufern des Sauerlandes bietet alle drei für die Gewerbe im 18. und 19. Jahrhundert wichtigen Standortfaktoren: Wind, Wasser und Wald.
In der Anlage wurden mehr als 60 Originalgebäude aus verschiedenen Teilen des Landes wiedererrichtet, inklusive der darin enthaltenen Werkstätten. Sie zeigen die typischen Gewerke ihrer Zeit.
Viele der Werkstätten werden im Wechsel auch live betrieben, bei unserem Besuch heute beispielsweise eine Besenmacherei, eine Seilerei, eine Goldschmiede, eine Schusterei und ein historischer Friseursalon. Das vermittelt noch einmal einen ganz anderen Blick auf das Handwerk und schafft Respekt für die Leistungen unserer Vorfahren.
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