Portal an einem vornehmen Wohngebäude in der Elisabethstraße
Neustrelitz, 21. Juni 2020
Tag 15So viele schöne Türen und Portale wie in Neustrelitz habe ich auf dieser Reise durch Mecklenburg-Vorpommern noch nirgendwo fotografiert, nicht einmal in Schwerin, das mich ja total begeistert hat. Hier eine Auswahl meiner Favoriten aus Barock, Klassizismus, Biedermeier und Moderne.
Tag 15Von Burg Stargard sind wir rund 30 km in südwestlicher Richtung weiter gefahren nach Neustrelitz, das sich am östlichen Ende des Müritz-Nationalparks befindet.
Die frühere Residenzstadt mecklenburgischer Herzöge und einstige Landeshauptstadt von Mecklenburg-Strelitz verdankt ihre Existenz einem Unglücksfall: Nachdem das Strelitzer Wasserschloss des regierenden Herzogs Adolf Friedrich III. im Jahre 1712 abgebrannt war, lies dieser Neustrelitz ab dem Jahre 1733 als barocke Planstadt errichten.
Von dieser planhaft vollzogenen Neugründung auf der „grünen Wiese“ zeugt nach heute der strenge geometrische Grundriss der Stadt mit acht Kernstraßen, die wie Sonnenstrahlen auf einen zentralen Marktplatz mit Kirche und Rathaus zulaufen.
Dieser historische Stadtkern mit vielen Baudenkmälern hat sich bis heute weitgehend erhalten und ist nach der Wiedervereinigung Deutschlands mit viel Aufwand und großen finanziellen Mitteln restauriert wurden.
Lediglich das einstige herzogliche Schloss brannte am Ende des Zweiten Weltkriegs aus. Die Reste wurden bis 1950 abgerissen. Heute steht wieder ein Seitenflügel, doch der Gesamtkomplex harrt noch seiner Wiedererrichtung.
Aufgrund seiner zentralen Lage im Mecklenburger Seenland, schiffbaren Verbindungen zu überregionalen Gewässern, angesehenen Kulturveranstaltungen und seinen vielen Baudenkmälern, gilt Neustrelitz heute als eines der Top-Urlaubsziele in Mecklenburg-Vorpommern.
Auch in bin total angetan vom Flair dieser hübschen historischen Stadt. So viele schöne Häuser aus verschiedenen Epochen, die Nähe zum Wasser und die idyllische Lage im Grünen, das macht schon etwas her. Hier war ich bestimmt nicht zum letzten Mal.
Schöner und gut gepflegter Stellplatz auf Rasen direkt am Stadthafen. Nur wenige Schritte bis zum Schlossgarten und zur historischen Alstadt. V/E vorhanden.
Tag 15Hurra, heute ist der längste Tag des Jahres: Sommersonnenwende. Von unserem Womo-Stellplatz am Stadthafen von Neutstrelitz brechen wir am frühen Morgen zu einer 12 km langen Wanderungum den angrenzenden Zierkesee auf.
Der See liegt südlich des Havelquellgebiets und ist Bestandteil der 97 Kilometer langen Bundeswasserstraße „Obere Havel-Wasserstraße“.
Dazu ist der Zierkesse über den 1843 eröffneten Kammerkanal mit dem Woblitzsee der Havel verbunden.
Am schönen Stadthafen mit umgebauten ehemaligen Speicherhäusern liegen nicht nur Yachten vor Anker. Es kommen und gehen auch ständig Hausboote, auf denen man einen wunderbar entschleunigten Urlaub verbringen kann.
Wir sehen sogar ein Modell, auf dem man seinen Wohnwagen als Unterkunft abstellen und als schwimmende Unterkunft nutzen kann. Wie cool!
Wir genießen die entspannte Stille auf den Feldflächen rund um den See. An den Feldrändern blüht der rote Klatschmohn und in der Ferne können wir Kraniche beobachten, die unter lautem Geschrei davon ziehen.
Kurz bevor wir nach rund drei Stunden wieder den Stadthafen von Neustrelitz erreichen, passieren wir noch das Slawendorf, eine historischen Vorbildern nachempfundene Holzsiedlung, in der man das Leben der früheren Bewohner dieser Region erleben kann. Das hätte ich mir gerne näher angeschaut – aber leider derzeit noch wg. der Corona-Epidemie geschlossen.
Infotafel am Stadthafen
Yachten im Stadthafen
Umgebaute Speicherhäuser im Stadthafen
Unser Wanderweg rund um den Zierkesee
Blick durch den Schilfgürtel auf den Zierkesse
Wildblumen am Seerand
Aussichtspavillon am See
Mohnblumen am Feldrand
Yachten und Hausboote auf dem Kammerkanal
Versunkene Wege in einem früheren historischen Park am Seeufer
Der Bergfried von Burg Stargard neben der Burgkapelle, die früher als oberes Tor diente
Stargard, 20. Juni 2020
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Parkaplatz an der Burg (kein offizieller SP)
Ort:
Burg Stargard
Adresse:
Weinbergstraße
17094 Burg Stargard
Preis pro Nacht:
4€ / kein Strom verfügbar (Daten vom 20.06.2020)
Zusatzinfo:
Parkplatz unmittelbar an der Burg mit schönem Blick ins Grüne. Wohnmobile werden dort geduldet. Keine Infrastruktur.
Tag 14Sie ist eine von wenigen Höhenburgen im norddeutschen Tiefland und gilt als einer der bedeutendsten Profanbauten des Landes Mecklenburg-Vorpommern: die Burg Stargard auf dem 90 Meter hohen Burgberg etwa 15 km südöstlich von Neubrandenburg.
Die ab 1236 von den Brandenburger Fürsten zur Sicherung ihrer nördlichsten Landesteile errichtete Anlage besteht aus einer Vorburg und einer Hauptburg.
Insgesamt handelt es sich um elf Gebäude, darunter ein massiver 38 Meter hoher Bergfried. Alle Gebäude wurden aus Backstein errichtet, was die große Bedeutung der Burg für die Region bezeugt.
Mit der Landesteilung von 1352 wurde die Burg Residenz des Herzogs Johann I. zu Mecklenburg-Stargard. Im Dreißigjährigen Krieg diente sie 1631 als Hauptquartier von General Tilly während der Belagerung und Erstürmung von Neubrandenburg.
In späteren Jahrhunderten wurde die Burg als Amts- und Wohnsitz von Amtmännern, Amtshauptleuten genutzt. 1726 fand auf Stargard der letzte Hexenprozess Mecklenburgs statt. Das Krumme Haus, der frühere Fürstenwohnsitz, in dem damals verhandelt wurde, brannte 1919 vollständig aus. Heute stehen nur noch die Grundmauern.
Infotafel vor der Burg
Wassergraben um die Vorburg
Das untere Tor, der Zugang zur Vorburg
Frühere Wirtschaftsgebäude in der Vorburg, heute Sitz des Burgmuseums
Zugang zur Hauptburg von der Vorburg aus gesehen
Nachbauten mittelalterlicher Belagerungsgeräte
Zugang zur Hauptburg, vom Burghof aus gesehen
Gasthof im Innern der Burg
Der 38 meter hohe Bergfried mit dem Eingang in 14 m Höhe
Ruine des Krummen Hauses, in dem früher die Burgherren residierten
Das Stargarder Tor von Neubrandenburg, der südliche Zugang zur Altstadt, Feldseite
Neubrandenburg, 19. Juni 2020
Hier haben wir gestanden:
Stellplatz:
Parkplatz Jahnsportforum
Ort:
Neubrandenburg
Adresse:
Parkstraße
17033 Neubrandenburg
Preis pro Nacht:
kostenlos / kein Strom verfügbar (Daten vom 19.06.2020)
Zusatzinfo:
Geduldetes Womo-Parken am Rande eines asphaltierten Großparkplatzes direkt am Stadtpark. Nur zwei Fußminuten zum Tollensee, fünf Fußminuten bis zur Altstadt. Keine Infrastruktur.
Tag 13Unsere nächste Station ist Neubrandenburg, die drittgrößte Stadt von Mecklenburg-Vorpommern mit rund 65.000 Einwohnern.
Wir stehen mit dem Wohnmobil auf dem kostenlosen Großparkplatz am Sportzentrum in unmittelbarer Nähe zum Tollensee, zum Stadtpark und zum Stargarder Tor, dem südlichen Zugang zur historischen Altstadt.
Vor unserem Womo grasen am frühen Abend Rehe auf einer Wiese zwischen dem Parkplatz und dem Tollensee und nach dem Einbruch der Dunkelheit machen sich Waschbären über die Abfalleimer am Parkplatz her.
Vor dem Zweiten Weltkrieg galt Neubrandenburg als Rothenburg des Nordens. Noch heute besitzt die Stadt Europas besterhaltene Stadtbefestigung aus der Epoche der Backsteingotik.
Wegen der markanten vier mittelalterlichen Stadttore trägt Neubrandenburg seit 2019 offiziell den Namenszusatz „Vier-Tore-Stadt“.
Auf rund 2,5 km Länge umschließt die mittelalterliche Stadtmauer mit bis zu sieben Meter Höhe das alte Stadtzentrum noch heute vollständig. Eingebettet in den fast kreisrunden Mauerring sind neben den spätgotischen Stadttoren aus dem 13. bis 15. Jahrhundert, zahlreiche Wiekhäuser (Wachhäuser) und der Fangelturm.
Nachdem die Sowjetarmee die Altstadt am Ende des Zweiten Weltkriegs zu 80 % niedergebrannt hatte, wurde die Innenstadt in den 1950er Jahren durch die junge DDR vollständig neu aufgebaut. Das veränderte das Stadtbild grundlegend.
Prägend waren dabei lose an der barocken und klassizistischen Vorkriegsarchitektur der Stadt orientierte historisierende Neubauten, die als Sozialistischer Klassizismus bezeichnet werden und international Anerkennung fanden.
Zwar konnte die DDR diesen hohen städtebaulichen Anspruch bei späteren Neubauten aus den 1960er Jahren nicht mehr aufrechterhalten, dennoch ist so ein sehr interessantes und großzügig gestaltetes Stadtbild entstanden. Mir gefällt Neubrandenburg auf jeden Fall sehr gut, auch wegen des hohen Freizeitwerts durch den Tollensee und dessen Umgebung.
Modell der Altstadt mit den historischen Stadttoren und der Nachkriegsbebauung nach der Brandschatzung durch die Sowjetarmee
Alte Mühle vor dem Stargarder Tor
Stargarder Tor, Stadtseite mit Adorantinnen
Neues Tor, Feldseite
Treptower Tor, Stadtseite
Fangelturm, Feldseite
Gemälde „Torturm II“ von Lionel Feininger, 1925
Wiekhaus neben dem Neuen Tor
Wiekhaus am Treptower Turm
In einigen Abschnitten der Stadtmauer reihen sich die Wiekhäuser in kurzen Abständen aneinander
Der ehemalige Marstall
Das ehemalige Franziskaner Museum, heute als Museum genutzt
Hauptkirche St. Marien, im Zweiten Weltkrieg ausgebrannt, heute eine Konzertkirche, Südansicht
St. Marien, Ostansicht
St. Johannis-Kirche des früheren Franziskanerklosters, Südansicht
Skulptur an der Anlegestelle der Seeschiffahrt am Tollensee
Stadthäuser aus der Biedermeierzeit
Nachkriegsbebauung am Alten Markt
Portal eines der nach dem Krieg errichteten Blöcke
Villen außerhalb der Alttsadt in der Schweden- und der Parkstraße
Erinnerung an ermordete Rotfrontkämpfer der Aufstände von 1924
Tag 13Auch in Neubrandenburg bin ich wieder auf interessante Haustüren aus verschiedenen Stilepochen gestoßen: Barock, Klassizismus, Jugendstil, Moderne – alles vorhanden. Hier meine Auswahl.
Diese Website benutzt Cookies. Wenn du die Website weiter nutzt, gehen wir von deinem Einverständnis aus.