
Förderturm und Kauerhalle der Zeche Zollern
Eine Zeche als architektonische Perle der Industriekultur – damit hatte ich nicht gerechnet, als ich nach unserer Wanderung rund um den Schleusenpark Waltrop die Zeche Zollern 2/4 im Dortmunder Norden ansteuere.
Bereits am Parkplatz fällt mir die liebevolle Gestaltung der Eingangsgebäude und der Werktore auf. Und das setzt sich im Inneren der Zechenanlage fort.
Wie ich erfahre, entstand Zollern 2/4 zwischen 1898 und 1904 als Musterzeche der Gelsenkirchener Bergwerks-AG (GBAG) unter dem Einfluss deren Direktors Emil Kirdorf.
Zollern gehört zu den architektonisch bemerkenswertesten Bergwerksanlagen des Ruhrgebietes. Die gotische Backsteinarchitektur mit Elementen des Historismus und des Jugenstils sollte wirtschaftliche Potenz und Modernität zum Ausdruck bringen.
Gleiches galt auch für die Technik, von der seinerzeit äußerst fortschrittlichen elektrischen Ausstattung bis hin zu den Duschräumen für die Bergleute.
Hinter dem Zechentor erstreckt sich ein großer baumbestandener Platz. Der vordere Bereich der Tagesanlagen erinnert an eine dreiflügelige barocke Schlossanlage. Das rote Ziegelmauerwerk der Gebäude wird durch Formsteine, Zierverbände und helle Putzfelder aufgelockert.
1899 stieß man bei einer Teufe von 139 m am Schacht 2 auf das Flöz Präsident. In der ersten Stufe wurde der Schacht bis zur 3. Sohle in 282 m Tiefe abgeteuft und später bis zu einer Endteufe von 490 m weiter ausgebaut. Der Schacht 4 wurde im Jahr 1900 bis zur 3. Sohle abgeteuft und diente als Wetterschacht.
Schon Ende der 1920er Jahre gab es Pläne, die Förderung der Schachtanlagen Zollern 1/3, Zollern 2/4, Germania 1/4 und Germania 2/3 zusammenzufassen, was einige Jahre später auch geschah.
1965 musste das Verbundbergwerk Germania/Zollern die Förderung zurücknehmen. Die Schächte Zollern 2/4 wurden Ende der 1960er Jahre mit Beton verfüllt und die Anlage stillgelegt. Eine Bürgerinitiative rettete die Gebäude später vor dem Abriss. Heute ist die mit viel Geld und Liebe zum Detail restaurierte Zechenanlage ein herausragendes Zeugnis der Industriekultur im Ruhrgebiet. Toll, dass ich das mal gesehen habe.
- Blick durch das Eingangstor
- Gleich neben dem Tor beginnt die Arbeitersiedlung der Zeche
- Die Eingangshalle für die Arbeiter
- Der linke Förderturm war ohne Funktion. Er sorgte für ein harmonisches Bild der gesamten Anlage.
- Das Verwaltungsgebäude mit dem Büro des Direktors
- Prachtvoller Aufgang im Verwaltungsgebäude
- Eingang zur Kauerhalle
- Gesamtdarstellung der Zechenanlage
- Querschnitt der Kauerhalle
- Miniatur des Seilantriebs für den Förderturm in der Maschinenhalle
- Logo der Kokerei in Jugendstil-Optik
- Innenraum in der Kauerhalle
- Fahne einer Bergmannsgilde
- Arbeitskleidung der Bergleute an der Decke der Kauerhalle
- Hinweisschilder für die Bergleute
- Zeitgenössische Ausrüstung eines Bergmanns
- Der Eingang zur Maschinenhalle in Jugendstil-Optik von der Außenseite
- … und von der Innenseite
- Blick in die lichtdurchflutete Maschinenhalle
- Große Schalttafel in Marmor
- Bedienpult für die Steuerung des Förderaufzugs
- Moderne Grubenbahn aus den 1960er Jahren
- Auswurf der geförderten Kohle
























