
Aussichtspunkt „Eifel-Blick“ auf dem Galgennück
Heute waren wir auf einer schönen Wanderung bei Mechernich im Kreis Euskirchen unterwegs. Die 12 Kilometer lange Tour startet am Bergbaumuseum der Bleigrube Günnersdorf und führt an vielen historischen Stätten der Bleigewinnung in der Region vorbei.
Die 1957 geschlossene Grube Günnersdorf liegt an einem ca. 60 km langen Streifen von Bleierzvorkommen in der Eifel, den größten in Europa, mit geschätzten 5 Prozent des gesamten weltweiten Vorkommens. In diesem Gebiet wurde einstmals sechs Bleibergwerke betrieben, von denen heute jedoch keines mehr in Betrieb ist.
Nach seiner Errichtung im Jahre 1885 war der 135 Meter hohe Kamin lange Zeit der höchste Kamin in Europa und bis zu seiner Sprengung im Jahr 1961 das Wahrzeichen von Mechernich.
Unterhalb des Kamins wurde gemahlenes Bleierz in mehreren Rauchkammern erhitzt, um den darin enthaltenen Bleistaub zu gewinnen. Über den Kamin wurden die giftigen Abgase in die Atmosphäre entlassen und aufgrund der enormen Höhe großflächig verteilt.
Weiter geht es zum Baltesbendener Weiher, der einst riesige Wassermengen für die Erzwäsche zu liefern hatte. Wir folgen dem Uferverlauf und dem ehemaligen Spülfeld bis zum „Großen Eindicker“, der Teil der Erzaufbereitung war.
Das zu Staub vermahlene Erz wurde darin mit Wasser vermengt. Gleichzeitig wurden spezielle Öle und Druckluft hinzugefügt, wodurch die bleihaltigen Anteile an die Oberfläche traten und abgeschöpft werden konnten.
Nun laufen wir zum Buchholzer Weiher und weiter stetig bergauf in Richtung des Bleibergs, wo wir zum Aussichtspunkt auf dem Pflugberg abbiegen. Dort erwartet uns ein herrlicher Panoramablick in die Eifellandschaft und die umliegenden Ortschaften.
Anschließend geht es leicht bergab bis zum Eifel-Blick auf dem Galgennück, wo sich der Blick nach Norden und Osten weitet. Am Waldrand laufen wir an einem Militärgelände vorbei und erreichen nach drei Stunden wieder unseren Startpunkt am Bergbaumuseum.
Eine sehr interessante Wanderung, die erahnen lässt, welche enorme wirtschaftliche Bedeutung der Bleibergbau hier hatte und welch große Anstrengungen dafür betrieben wurden.
- Wanderkarte unserer Tour
- Förderwagen der ehemaligen Grube Günnersdorf
- Kipplore mit einem Fassungsvermögen von 2 Tonnen Roherz
- Infotafel am Bergbaumuseum
- Restfundament des „langen Emil“
- Infotafel am langen Emil
- Am Baltesbendener Weiher
- Reste des „großen Eindickers“
- Grünstreifen im Wald
- Fernblick vom Pflugberg
- Am Waldrand entlang geht es zurück in Richtung Mechernich
- Panoramablick von der Galgennück

















