
An der Südostseite der Basilika sind drei Baustile zu erkennen: romanisches Kirchenschiff mit gotischen Fenstern und barocken Dachreitern.
Jetzt habe ich es endlich geschafft: Ich bin im Kloster Eberbach! Die ehemalige Zisterzienserabtei oberhalb von Eltville ist ein Kulturdenkmal von europäischem Rang und zieht jährlich rund 300.000 Besucher an. Ihre Gründung im Jahr 1136 geht auf den berühmten Bernhard von Clairvaux zurück. Einem breiteren Publikum wurde die Klosteranlage bekannt, nachdem dort im Winter 1985/86 fast alle Innenaufnahmen zum Film „Der Name der Rose“ gedreht wurden.
Schnell bildete sich deshalb ein ausgedehntes Netz von selbst bewirtschafteten Wirtschaftshöfen, die sogenannten „Grangien“,
Daneben unterhielt das Kloster in seiner Blütezeit elf Stadthöfe, unter anderem den Eberbacher Hof in Köln, Frankfurt und den Erbacher Hof in Mainz, die als Werkstätten, Handelsposten und Herbergen dienten.
Das Kloster Eberbach war Förderer des Weinanbaus und maßgeblich an der erheblichen Erweiterung der Anbaufläche für Reben im Rheingau und im Mittelrheintal beteiligt. Im Laufe des 14. Jahrhunderts gelang es, den Besitz an Weinbergen deutlich auszuweiten. Im „Heiligen Jahr“ 1500 wurde das „Große Fass“ erstmals gefüllt. Es hatte ein Fassungsvermögen von annähernd 72.000 Liter Wein.
Bereits im 15. Jahrhundert begann der langsame wirtschaftliche Niedergang des Klosters in Folge von Kriegen, Besitzstreitigkeiten und der Reformation. Gemäß einem Dekret von Fürst Friedrich August von Nassau wurde das Kloster am 18. September 1803 aufgelöst. Die verbliebenen 22 Klosterangehörigen mussten das Kloster bis zum 27. November 1803 verlassen.
In den folgenden zwei Jahrhunderten diente das Kloster abwechselnd als Psychiatrie, Gefängnis, Wirtschaftshof und Militärlager. Nach mehrfachen Instandsetzungsarbeiten wird Eberbach heute als Museum, Hotel, Tagungszentrum und Spielstätte für zahlreiche kulturelle Veranstaltungen genutzt. Es befindet sich im Besitz des Landes Hessen, das es durch eine Stiftung verwalten lässt.
Wenn man so wie ich das Glück hat, die Anlage außerhalb der großen Besucherströme zu besichtigen, meint man überall den Hauch der Geschichte zu spüren. Eine wirklich faszinierende Stätte.
- Historischer Stich der Klosteranlage
- Modell des Klosters im Klostermuseum
- Klostergarten neben der Basilika
- Das Torhaus war für mehrere Jahrhunderte der einzige Zugang zum Kloster
- Der Abteigarten
- Rechts der heutige Zugang zum Kloster mit dem Museumsshop
- Basilika mit Kapellen an der Südfassade
- In der Basilika: Blick nach Westen von der Vierung in das Langhaus
- Die erhaltenen Teile des Kreuzgangs
- Durchgang zum Kreuzgang
- Der Bibliotheksbau des Klosters
- Der hintere Innenhof der Anlage
- Blick in den Schlafsaal, das Mönchsdormitorium
- Blick in den Schlafsaal, das Mönchsdormitorium
- Infotafel zu den Dreharbeiten des Films „Der Name der Rose“
- Weinkelter aus dem Jahr 1794 im Kloster
- Historische Weinpressen im ehemaligen Laienrefektorium
- Im Lipidarium werden Steinfragmente aufbewahrt und präsentiert
- Steindetail
- Bildnisse verstorbener Äbte
- Sargdeckel von im Kloster Besttatteten aus dem Geschlecht der Ketzenellbogen
- Heiligenfiguren im Klostermuseum
- Panoramabild vom Vorhof der Klosteranlage

























